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Herzlich willkommen!

Erleben Sie mich von und auf meiner sehr persönlichen Seite.

Bedingt durch die anhaltende CORONA-Diktatur von mir nicht gehaltene */ Andacht zur Weihnachtsfeier der Landsmannschaften der Vertriebenen in Kassel im Dezember 2021. Die Staatlich verordnete Freiheitsbeschränkung einer sogenannten „2-G-Regel“ hindert Menschen am Betreten von Geschäften, Restaurants, Kneipen und Weihnachtsmärkten.

Licht aus dem Weihnachtsland

Wieder stehen die Feiertage vor der Tür. Heiligabend ist in Sicht. Der lange Anlauf der Vorweihnachtszeit kommt zum Ziel. Viele werden sagen: Gott sei Dank! Fernfahrer, Kassiererinnen und Hausfrauen sehnen sich nach Ruhe. Wir alle freuen uns auf behagliche Tage. Endlich beginnt Weihnachten. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wie Menschen sind“, heißt es in einem Lied. Und alle Jahre wieder gehen wir mit großen Hoffnungen in die Weihnachtszeit.

Für viele Menschen ist Weihnachten das schönste Fest des Jahres. Auch Leute, die nicht so bibelfest sind, schmücken Haus und Wohnung, stellen den Christbaum auf und bereiten Geschenke vor, gönnen sich Kerzenschein und einen Kirchenbesuch.

Da verbinden sich romantische Erinnerungen mit der Erwartung von Heil und Frieden. Mit oft feuchten Augen erzählte Großmutter aus Ostpreußen vom Weihnachtsfest im Herrenhaus von Draulitten für alle Dorfbewohner. Mein Vater spricht noch immer mit bewegten Worten von der Weihnachtsfeier für alle Kinder aus dem Ort ebendort im Festsaal des Herrenhauses. Er spricht immer vom Schloß, solchen Eindruck haben Lichtglanz und Musik hinterlassen.

Ein Leben lang begleiten uns die weihnachtlichen Kindheits-erinnerungen, die Lieder, Gedichte und Düfte. Und wer das Elternhaus und die Heimat verloren hat, wird Weihnachten besonders im Herzen tragen, so wie es früher war.

Meine Erinnerungen wandern zurück in die Kinderzeit im winterlichen Erzgebirge. Viele sehen im Erzgebirge das „Weihnachtsland“ schlechthin. Schade, dass durch die harte Corona-Politik auch in diesem Jahr meine adventliche Gruppenreise durch das Erzgebirge gestrichen werden musste. Im kommenden Jahr ist diese 5-Tage-Tour mit Dresden samt Stritzelmarkt und Lichterfahrt durch die Bergstädte wieder geplant. So Gott will und wir leben! Und die Politik sich ändert!

Ja, das erzgebirgischen Weihnachtsland ist wie keine andere Region Deutschlands vom Licht geprägt. Kein Haus, kaum ein Fenster, das nicht vom warm-weißen Licht erleuchtet ist. Kein bunter Glitzer und kein elektronisches Geblinke! Amerikanische Weihnachten kann Amerika feiern, nicht das Erzgebirge!

In vielen Fenstern stehen nach alter Tradition Bergmann und Engel mit Wachskerzen. Was heute hochgeschätzte Schnitzerei ist, war im Ursprung der bitteren Armut geschuldet. Das sogenannte „Berg-Geschrey“ hatte im 12. Jahrhundert Tausende aus halb Europa in das sächsische Gebirge gelockt. Reiche Silberfunde, später auch Zinn und andere Erze gaben dem unwirtlichen und eisigen „Miriquidi“, dem „Dunkelwald“, den Namen „Erz-Gebirge“. Doch schon im 16. Jahrhundert war der Silberglanz erloschen, zogen Hunger und Elend in die Dörfer und Städte ein. Die Felder brachten im rauhen Gebirge wenig Ertrag. Kriege verwüsteten ganze Landstriche – der Dreißigjährige Krieg, der Siebenjährige Krieg wüteten im Erzgebirge.

Einen Hoffnungsschimmer brachte Barbara Uthmann für die Frauen in die Häuser: Das Klöppeln. Die Männer begannen zu schnitzen und zu drechseln. Seiffen, Olbernhau und Grünhainichen stehen heute für erzgebirgische Volkskunst.

Der Bergmann steht für die Erinnerung an den Bergbau. In den Wintermonaten fuhren die Hauer im Dunkel der Morgenstunden in den Schacht ein. Und am Abend kehrten sie ins Dunkel zurück. Höchstens am Sonntag war die Sonne zu sehen. Die Hoffnung auf Licht und den göttlichen Beistand zeigen die Lichterengel. In der Einsamkeit vor Ort tief unter Tage wird so mancher Bergmann oft gebetet haben. Die weihnachtliche Mettenschicht war der Gottesdienst unten im Schacht – verbunden mit dem Ruf „Glück-auf“.

Und das Mundloch, der Eingang zum Bergwerk, war von Kerzen gekrönt. Noch heute erinnern die Lichterbögen, jene „Schwib-Bögen“, und die Weihnachtspyramiden mit den Figuren der biblischen Geschichte an diese Tradition.

Und so spannt sich der Bogen nach Bethlehem in das ursprüngliche Weihnachtsland.

Die alte und neue Botschaft der heiligen Nacht heißt:

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2,8-11).

In der kargen Hügellandschaft der judäischen Wüste begegnet der Himmel unserer Erde. Er offenbart sich zuerst den Hirten auf dem Felde. Himmlisches Licht umstrahlt in dunkler orientalischer Nacht zuvörderst die armen Menschen in der Weite der Wüste fernab vom Getümmel großer Städte. Gott sendet sein Licht in die Finsternis. In ebenfalls dunkler Zeit vor mehr als 2500 Jahren sprach der Prophet JESAJA von der Hoffnung auf eine neue Zeit und Gottes Eingreifen:

„Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Hat er in früherer Zeit in Schmach gebracht das Land Sebulon und das Land Naftali, so hat er hernach zu Ehren gebracht den Weg am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden. Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ (Jesaja 8,23 + 9,1)

Gott greift in das Räderwerk von Not und Gewalt. Er kommt selbst in die Welt. Er kommt nicht mit Pauken und Trompeten, erst recht nicht mit Kanonen und Kriegsgeschrei. Er wird Mensch und kommt als Kind in schlichte Verhältnisse. Der Allmächtige erscheint unter uns ohnmächtig wie ein Neugeborenes in Windeln. Jahre später wird das Kind in der Krippe als Gekreuzigter enden. Noch mehr: Weihnachten wird uns Ostern geschenkt. Geburt, Tod und Auferstehung gehören zusammen. Und so beginnt inmitten der alten Welt Gottes neue Welt, auch heute und hier: „Christ, der Retter ist da.“ Und so hören wir nochmals:

„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Gott schenkt uns das Heil, damit wir heil werden im Glauben an ihn. Er will uns geben, was wir gerade in diesen Tagen suchen: Freundschaft und Frieden.

Gott ist Mensch geworden, um uns Menschen nahe zu kommen. Er schaut nicht von fern auf unser Leben, sondern hat unser Leben auf sich genommen. Dieses Geheimnis von Weihnachten wird sichtbar in einem Neugeborenen, das unter einfachen Umständen in schwieriger Zeit zur Welt gekommen ist.

Das ist das Geheimnis von Weihnachten: Gott ist auf unserer Seite. Er kennt auch Leiden und Schmerzen, Anspannung und Angst, Verfolgung und Vertreibung. Aber noch mehr: Er kann helfen und heilen. Er will uns die Kraft schenken, damit wir vergeben und uns versöhnen. Alle Jahre wieder, eigentlich jeden Tag neu. Christus verspricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20b).

Gesegnete Weihnachten!
Egmond Prill

Dezember 2021
©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.

www.egmond-prill.de

*/  Die Andacht wurde verlesen.

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