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AFGHANISTAN - AUGUST 2021

Der Bankrott des Westens und dessen Regenbogenfahnen

Das Abenteuer Afghanistan ist zu Ende. In 20 Jahren Krieg über 2 Billionen Dollar verpulvert für nahezu nix. Die Afghanen haben sich ihr Land zurückgeholt. Einige Zehntausend erhoffen sich ein besseres Leben im Ausland, darunter sicher tausende Taliban, die den Kampf nach Europa tragen. „Großzügig“ Leute nach Deutschland zu bringen, heißt schlicht unkontrollierte Einreise frei nach dem Motto „Wir schaffen das“.

Verheerend die Bilanz angesichts der aktuellen Lage: „Auf das Debakel folgt das Desaster. Das ist keine schöne Reihung. Aber diese Bewertung ist beim Blick auf Afghanistan unumgänglich. Was die Bundesregierung in den letzten Wochen dieses traurig zu Ende gegangenen Einsatzes gezeigt hat, ist damit noch harmlos beschrieben. Das monatelange Zögern beim Umgang mit den sogenannten Ortskräften, das absurde Unvorbereitetsein auf den Vormarsch der Taliban und das Warten darauf, dass endlich drei Bundeswehrflieger aufbrechen, um Botschaftsangehörige, andere deutsche Staatsbürger und Ortskräfte aus dieser lebensgefährlichen Situation herauszuholen – es ist nichts anderes als ein kollektives Regierungsversagen. Absolut alles an diesem Auslandseinsatz war mühsam und schwierig, von der ersten Minute an. Aber ihn so zu beenden, bedeutet ein Scheitern auf ganzer Linie.“ (SZ 2021-08-17).

Afghanistan – auf dem Weg in die Arme des Westens?

Aber waren es nicht die deutschen Medien im Gleichklang mit den Politikern der Altparteien, die bis vor kurzem voll des Lobes ob der Fortschritte in Afghanistan waren? Es hieß doch: demokratische Strukturen, eine gut ausgebildete afghanische Armee und eine westlich gewandelte Gesellschaft. Also bis vorgestern: Friede, Freude, Eierkuchen.

Nun sollen „Ortskräfte“ in den Westen geholt werden. Franzosen, Engländer, Amerikaner und die Deutschen hatten vor Ort viele Helfer, angediente Afghanen. Für viele war sicher das Geld ein Grund sich an die Besatzer zu verkaufen, aber vermutlich auch der Gedanke, frühzeitig im Boot der künftigen Herrscher im Lande zu sein. Unter anderen politischen Vorzeichen, wurde solche Leute Verräter am eigenen Volk genannt. Bis zur Stunde steht der „Quisling“ als Begriff für jene, die mit dem Feind kollaborieren. Genannt nach Vidkun Quisling, der von 1942 bis 1945 während der deutschen Besatzung eine norwegische Marionetten-Regierung führte. Nach dem Sieg der Alliierten wurde Quisling 1945 in Norwegen hingerichtet. Bestialische Rachefeldzüge gab es 1945 an den „Ortskräften“ in Frankreich, vor allem Frauen wurden verfolgt, angeprangert und ermordet.

Nun höre ich den Einwand: Das lässt sich nicht vergleichen. Wir sind doch die Guten! Die Mehrheit der 40 Millionen Menschen in Afghanistan angeführt von den Taliban sieht das eventuell anders. Was inzwischen vergessen ist und verschwiegen wird: Die Taliban (pashtun: „Schüler“) waren ursprünglich schlichte Koranschüler bis sie in den 80er Jahren von den USA im Kampf gegen die sowjetische Okkupation instrumentalisiert und ausgerüstet wurden. 1989 beendeten die Russen schmählich ihr Experiment den Kommunismus einzuführen. Sie erreichten dieses Ziel nicht einmal in der Hauptstadt Kabul, geschweige denn beim Landvolk. Nach zwanzig Jahren ist nun auch die Einführung der Demokratie gescheitert. Der vom Westen eingesetzte Präsident, der Zentralbankchef und andere „Persönlichkeiten“ sind geflohen, vermutlich mit vollen Taschen. Vielleicht haben die vom Westen finanzierten „Demokraten“ ohnehin schon ihre Konten in der Schweiz, Luxemburg und den Bahamas.

Afghanistan – Ein westliches Kartenhaus fällt zusammen

„Der Westen hat die Lage vollkommen falsch eingeschätzt. Und sechs Wochen vor der Bundestagswahl schieben sich die Regierungsparteien gegenseitig die Schuld zu. Die CDU bezeichnet SPD-Politiker Heiko Maas als schlechtesten Außenminister, den es je gab. Die Sozialdemokraten retournieren umgehend und werfen der CDU wenig fundierte Meinungen vor. … In der Union geht zudem die Angst um, dass die AfD wieder Auftrieb erhält.“ (Handelsblatt 2021-08-17).

Der Westen kann sich nicht erklären, wie Afghanistan so schnell zusammenbrach. Einem Windhauch gleich ließen die Taliban das Kartenhaus einstürzen. Teure Geheimdienste, hochdekorierte militärische Beobachter und gutverdienende politische Berater zeigen sich ratlos und verstehen die Welt nicht mehr. Sie hätten mich fragen können. Kostenlos die Lösung des Rätsels: Von Algerien bis Afghanistan gilt das Überlebensprinzip: Man geht mit dem Sieger. Es ist ein uralter orientalische Leitsatz: Wenn du überleben willst, musst du die Fahne wechseln und überlaufen. Die Kreuzritter konnten viele Araber gewinnen als sie auf der Siegerstraße waren und weite Gebiete im Nahen Osten von Jerusalem bis Damaskus eroberten. Als Salaadin den Gegenfeldzug startete und siegreich war, waren die Kreuzritter verloren. US-Präsident Obama und der Westen staunten: Als ISIS innerhalb von Monaten vom Irak aus ihren Siegeszug begannen, liefen die Massen in Scharen über. Man geht mit dem Sieger. Und nun haben innerhalb von Wochen die Taliban ganz Afghanistan samt Hauptstadt erobert, weil ihnen die Massen zueilten. Allen voran lief das Militär über. Für mehr als 100 Milliarden Dollar mit modernsten Waffen ausgerüstet, ist die Armee nun mit Mann und Material auf der Seite der Sieger. Das alles ist US-Präsident Biden, dem wohl größten Blindgänger und Geisterfahrer im Weißen Haus, nicht bekannt gewesen. Noch schlimmer und dümmer die Merkel-Regierung in Berlin mit Maas, Seehofer und Kramp-Karrenbauer. Schon in der Bibel lesen hätte geholfen:

„Als aber die Einwohner von Gibeon hörten, was Josua mit Jericho und Ai getan hatte, da gebrauchten sie eine List, und sie gingen hin und verstellten sich als Abgesandte: sie nahmen alte Säcke auf ihre Esel und alte, zerrissene und geflickte Weinschläuche, auch alte und geflickte Schuhe an ihre Füße und zogen abgenutzte Kleider an, und alles Brot ihres Speisevorrats war hart und schimmlig. Und sie gingen zu Josua ins Lager nach Gilgal und sprachen zu ihm und zu den Männern von Israel: Wir sind aus einem fernen Land gekommen; so macht nun einen Bund mit uns!“ Die ganze Geschichte ausführlich in Josua 9. Josua vertraute den Leuten, glaubte deren Geschichte und entdeckte zu spät, dass sie aus nächster Nachbarschaft kamen. Aber da hatten sie den Bund geschlossen und gingen mit den Israeliten auf der Siegerstraße.

Jetzt heißt es plötzlich, die Afghanen können gar nicht kämpfen. Nun, ausgebildet von der deutschen Bundeswehr vielleicht kein Wunder. Oder noch mehr: die Armee wollte nicht für fremde Werte und ferne Staaten kämpfen, sondern für ihre Stämme und Kulturen. Dass die Orientalen kämpfen und siegen können, zeigten die Erfolge von ISIS damals und die Feldzüge der Taliban heute.

„Ist eine größere Blamage sämtlicher Geheimdienste, Militärs und Außenministerien vorstellbar? Knapp 20 Jahre dauerte die Intervention. Das Land und seine Menschen verstanden hat offenbar keiner. Der Vorwurf trifft in erster Linie die Regierung um US-Präsident Joe Biden. Der Demokrat war gegen Donald Trump mit der Behauptung angetreten, durch seine Zeit als Senator und Vizepräsident verfüge er über jahrzehntelange außen- und sicherheitspolitische Erfahrung.“ (Tagesspiegel 2021-08-17).

Und dann bleibt grundsätzlich die Frage: Wollen die Völker im Orient wirklich die „westlichen Werte“, wie uns erzählt wird? Wollen die wesentlich vom Islam und Stammestraditionen geprägten Menschen unsere Gendersternchen, die Frauenquoten, LXYZQU-Umzüge in ihren Städten und sonstigen Errungenschaften einer Welt mit 64 Geschlechtern? Spätestens nach dem zweiten Irak-Krieg hätte das der Westen entdecken müssen: Die Menschen dort ticken anders. Sie können mit unseren Regenbogenfahnen nichts anfangen. Sie haben andererseits mit ihrer Lebensweise Jahrtausende überlebt. Die Kreuzritter, der Ansturm der Mongolen, die Siege der Türken, Engländer und Franzosen waren aus deren Sicht Eintagsfliegen im langen Lauf der Geschichte. Afghanistan hat die Russen überlebt und nun auch die USA und den Westen samt Macron und Merkel.

Afghanistan – Von der Islamischen Republik zum Emirat

Dass jetzt Kopftücher, Schleier und Burka verstärkt Einzug halten werden, ist eine lange islamische Tradition. Und erklären uns nicht Grün-INNEN und sogar Frauenrechtler-INNEN, dass die Verhüllung der Muslim-INNEN hierzulande Zeichen der Freiheit seien, nichts mit Unterdrückung zu tun haben. Das sind doch Rechte und Rassisten, die das Kopftuch ablehnen, oder?

Nun geht der Aufschrei durch die Medien, Afghanistan sei mit der Einführung der Scharia kurz vor dem Rückfall in die Steinzeit. Abgesehen davon, dass außerhalb von Kabul und der westlichen Militär-Camps, die Scharia nie ausgesetzt war, ist das normaler Islam. Ob im Iran, in Indonesien oder bei unserem Partner Saudi-Arabien: Es gilt die Scharia mit ihren drastischen Körperstrafen und raschen Todesurteilen. Die Herrschaft der Taliban in einem „Emirat Afghanistan“ wird sich da einordnen. Und wird nicht gerade der Islam im Westen als Religion des Friedens hoch geachtet bis hin zur Feststellung durch den damaligen Bundespräsidenten Wulff: „Und der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Diesem Satz hat Merkel nicht nur einmal ausdrücklich zugestimmt. Ist so gesehen die Verurteilung der Taliban-Herrschaft eine Diskriminierung und Diffamierung der erhabenen Religion Mohammeds?

„Ich flehe den erhabenen Gott an, dass diese Verfassung unter Berücksichtigung der
Gebote der heiligen Religion des Islam, der Festigung der nationalen Einheit, der Verwirklichung der demokratischen Ziele, des Aufbaus der Zivilgesellschaft und des all-
gemeinen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Wohlstandes ein
Leuchtfeuer auf dem Weg des Staates und der Bürger des Landes werden und Frieden,
Gleichheit und Brüderlichkeit innerhalb der afghanischen Nation sichern möge.
Mit Gottes Hilfe - Hamid Karzai, Präsident der Islamischen Übergangsregierung Afghanistans am 6. Dalwa 1382 Hidschra = 25.01.2004“ So heißt es im Erlass des vom Westen eingesetzten Präsidenten zur Einführung der Verfassung, wo es im Artikel eins heißt: „Afghanistan ist eine Islamische Republik“. Der Islam gehört nicht nur zu Deutschland, sondern auch zu Afghanistan.

„Darum wird ihnen GOTT kräftige Irrtümer senden, dass sie glauben der Lüge, auf dass gerichtet werden all, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit.“ (2. Thess. 2,11+12 alter Luthertext). In moderner Übersetzung NGÜ: „Deshalb schickt Gott ihnen einen Geist der Verblendung, der sie dazu bringt, der Lüge Glauben zu schenken. So kommt es dann, dass im Gericht Gottes alle verurteilt werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern am Unrecht Gefallen fanden.“

Julian Reichelt rechnet mit Kanzlerin Merkel ab: „Was wir in diesen dramatischen Tagen erleben, ist Sinnbild für 16 Jahre Außenpolitik der Regierung Merkel: Falsche Analysen, falsche Einschätzungen, falsche Entscheidungen, falsche Verbündete, den Falschen vertraut. Von der Krim über Syrien bis zum Trümmerhaufen der Afghanistan-Politik und den letzten dramatischen Stunden einer viel zu spät angelaufenen Evakuierung – von Merkels Außenpolitik werden chaotische Bilder in Erinnerung bleiben. … Kriegsgebiete lassen sich nicht so einlullen wie Angela Merkel es mit Deutschland getan hat.“ (BILD 2021-08-17)

Zum Schluss

Es war Peter Struck (SPD), der 2004 vollmundig erklärt hatte: „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt." Diesen Verteidigungskrieg haben 59 Soldaten mit ihrem Leben bezahlt, andere mit dauerhaften Verletzungen und viele mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Im Rückblick gesehen war dieser Blutzoll ein Einsatz für nahezu nix.

Die WELT (2021-08-14) hat Soldaten befragt, so Andreas Eggert, Oberstabsfeldwebel a.D.: „Meiner Meinung nach war dieser Einsatz militärisch zu keiner Zeit zu gewinnen.“

Hauptfeldwebel Gerhard Schmitz (Pseudonym, Name der Redaktion bekannt) erklärte: „Es überrascht mich nicht. Wir haben gewusst, dass es so kommen wird. Ich habe Dorfbewohner mal gefragt: Was ist besser, die Zeit unter den Taliban oder die Zeit jetzt mit uns? Die Antwort lautete: die Taliban. Weil die berechenbar seien und es keine Korruption gegeben habe. Weil eine Ruhe ohne Freiheiten und mit Scharia erträglicher sei als dauernder Krieg mit der Angst um das Leben von Frau und Kindern.“

Da ist nichts zu ergänzen. Diese Soldaten waren vor Ort. Und der MÜNCHNER MERKUR geht mit der Politik hart ins Gericht.

„Das ist für den Westen ein Debakel historischen Ausmaßes, auch für die deutsche Politik. All die Schönredner in Parlament und vor allem Verteidigungsministerium, die vom ‚erfüllten Auftrag‘ salbadern, müssen nun eingestehen: Es war alles umsonst, es ist alles verloren – die Menschenleben der deutschen Soldaten im Einsatz, die Tragödien der Verwundeten und Traumatisierten, die ins Land gepumpten und dort versickerten Milliarden.“ (MM 2021-08-16).

Die genannten Schönredner im Parlament sind die Volksvertreter der Altparteien im Deutschen Bundestag. Geradezu hörig haben all die CDU Hinterbänkler, die SPD Genossen und andere den Bundeswehr-Einsätzen zugestimmt, Kanzlerin Merkel und den Außenministern Steinmeier, Westerwelle, Gabriel sowie Maas applaudiert und Soldaten in den Tod geschickt. Und noch das: Von vor Ort gab es vermutlich zunehmend Berichte, die wohlwollend „Erfolge“ nach oben meldeten. Vorgesetzte und Ministerien hörten und lasen, was sie hören und lesen wollten. Gefälligkeitsgutachten, um denen da oben zu gefallen. Schließlich hat der Eine oder Andere noch Karrierepläne. Wer sich unbeliebt macht, kann gehen. Gerade in der Merkel-Zeit wurde dieses System perfektioniert. So bleibt die Frage: Hat sich die Demokratie von einer ursprünglichen Streitkultur um den besten Weg nicht längst zu einer Meinungsdiktatur gewandelt? Noch darf jeder Seine Meinung sagen, freilich immer öfter auch nur ein Mal: Dann ist er weg. Und Querdenken geht gar nicht.

Vielleicht ist das der eigentliche Bankrott des Westens.

August 2021 ©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

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