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August 1968: Prager Frühling

Bis heute der Schrei nach Freiheit

20. August: Dumpfes Grollen und Rollen von Panzerketten. Unheimliche Geräusche in der Ferne. Am Himmel Serien von Helikoptern. Es ist Nacht im Erzgebirge. Vater ist in Unruhe, er kennt Panzer aus Ostpreußen. Als Elfjähriger bin ich Ohren- und Augenzeuge der Sowjet-Invasion, sehe am nächsten Morgen die verwüsteten Straßen im Nachbarort, eine durchbrochene Hauswand und den Panzer mitten in der Gaststuben der Dorfkneipe.

In Prag werden alle Hoffnungen niedergewalzt, der Schrei nach Freiheit brutal erstickt. Tschechen und Slowaken hatten im so genannten „Prager Frühling“ bereits seit Monaten der Sowjetdiktatur unter Parteichef Leonid Breschnew den absoluten Gehorsam verweigert. Es ging um eigene Gedanken über die Zukunft der Gesellschaft. Der „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ wurde zum Inbegriff der Abkehr vom stalinistischen Unterdrückungssystem hin zu einer wirklichen Volksherrschaft. Reformer um Alexander Dubček hatten innerhalb der Kommunistischen Partei neue Gedanken formuliert. Dubček las nicht mehr nur eintönig tötende Parteireden vor, sondern war oft umringt von Arbeitern und Studenten und wurde zu deren Stimme mit dem Ruf nach Unabhängigkeit. Nicht zuerst die Verbesserung der Lebensverhältnisse und mehr Geld standen im Mittelpunkt, sondern die Sehnsucht nach Freiheit wurde laut. Schluss mit der Bevormundung durch die Partei. Das Ende des Spitzelsystems. Neue Wege für freie Meinungen und Ideen. Natürlich auch die Befreiung von bolschewistischer Planwirtschaft und die Freiheit einer Marktwirtschaft.

Der Westen – unwillig, untätig, unfähig

Als die Panzer nach Prag rollten, hat der Westen zugeschaut, unwillig zu helfen. Die Tschechen brauchten gar keine lange Erinnerung: 1938 hatte der Westen die Tschechei widerstandslos an Hitler ausgeliefert. Das Ende der Existenz des tschecho-slowakischen Staates. 1968 blieb der Westen erneut untätig, wie schon 1956 beim Aufstand in Ungarn und 1961 beim Mauerbau in Berlin. Und heute?

Der Westen ist unfähig zu verstehen, was Völker und Menschen in Mittel- und Osteuropa wirklich bewegt. Dem Westen Europas fehlt die Einsicht, dass Tschechen, Slowaken, Polen und Ungarn eigenständige, selbst bestimmte und freie Völker sein wollen, dass sie überhaupt eigene Völker und Vaterländer bleiben wollen.

Für viele Tschechen ist Brüssel das neue Moskau, ist Juncker so etwas wie der neue Breschnew, sind Merkel und Macron dessen willige Vollstrecker. In Prag und Warschau, in Budapest und Bratislava wächst der Widerstand gegen Brüssel-Europa. Diese „Visegrád-Staaten“ wollen sich die mühsam erkämpfte Freiheit weder nehmen noch mit Milliarden Euro abkaufen lassen. Zu lange, zu oft und zu furchtbar waren zum Teil über Jahrhunderte hin Fremdherrschaft und Zwang. Diese kleinen Nationen mit ihren je eigenen Muttersprachen, Kulturen und Traditionen wollen nicht in „West-Europa“ aufgehen. Sie wollen sich nach einer von Brüssel und Berlin verordneten Überflutung durch Mohammedaner keineswegs selber in der nächsten Generation auflösen. So wurden Parteien gewählt, die Genderwahn, Klima-Religion und Islamisierung kritisch sehen. Übrigens, bei vielen Menschen in Sachsen und Thüringen, in den nicht mehr neuen Bundesländern, sind diese Gedanken und Gefühle ähnlich. Sie wollen die „wunderbaren Vorzüge“ multikultureller Parallelgesellschaften in Köln, Düsseldorf und Berlin mit arabischen Clan-Herrschaften und Scharia-Gerichten nicht haben.

Oder „Brüssel-Europa“ hat verstanden?

Oder der Westen, also Brüssel-Europa, hat verstanden, wie gefährlich nationale Traditionen sind und selbstbewusste Nationen sind? Deshalb werden diese Ideen als „völkisch“ und „rechtspopulistisch“ verunglimpft und ihre Wortführer gnadenlos verfolgt und niedergemacht. Der „vormundschaftliche Staat“ (Maaz über die damalige DDR), der weiß, welche Bücher schlecht sind, wieviel Fleisch die Leute essen dürfen und welches Auto gut ist, stößt im ehemaligen Sowjet-Imperium auf Widerstand. Wenn von Staats wegen Glühlampen verboten und ganze Waldlandschaften durch Windräder zerstört werden, sind in Mitteleuropa und auch in Mitteldeutschland die Menschen hellwach. Zum Glück für die Menschen in Tschechien, Windräder gibt’s ganz selten, letztes Jahr wurde die Förderung komplett eingestellt.

Es ist wunderbar abends durch Prag zu laufen, erst recht jetzt im Sonnensommer mit seinen milden Nächten. Keine Türkenfahnen, keine Kopftuchmädchen, keine arabischen Messerstecher. Dafür findet sich auf Straßen, Plätzen und Cafés eine selbstbewusste, starke und kinderreiche junge Generation. Prager Sommer 2018, fünfzig Jahre nach dem Prager Frühling.

Hodně štěstí Česká republika! Viel Glück Tschechische Republik!

August 2018 ©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

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