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Gedanken-Spiel-Gedanken

Görlitz hat gewählt

Ein offener Brief aus Hollywood und offene Fragen

Offene Briefe aus Hollywood kommen selten nach Deutschland, schon gar nicht mit bestimmten Wünschen vor Wahlen. Am Wochenende wurde in Osnabrück eine neue Landrätin gewählt (bundesweit die erste „Grüne“), in Rostock ein neuer Oberbürgermeister. Das scheint in Hollywood keinen zu interessieren. Gewählt wurde auch in Görlitz und nach Görlitz ging der Brief. Nun gut, aus Osnabrück gab es nur einen einzigen Tatort-Krimi, aus Rostock nicht mal das. Görlitz bietet Filmkulisse und einige Historienfilme wurde da gedreht. Also deshalb ist Görlitz in den USA bekannt, schön für Görlitz und schön für die USA. Doch nun der Brief:

„FRIEDEN: Wir haben ihn gesehen! Wir waren in Görlitz, wo der Krieg nicht hingekommen ist. Eine Ausnahme-Schönheit, welche die Kriege unter uns Völkern nicht verheert hat- und die nicht auf Gebäude, Straßenzüge und die Altstadt beschränkt ist. Als Gäste fanden wir Freunde und Freundschaft, großzügige Gastgeber und Gastfreundschaft wohin das Auge blickt. Viele fanden dort eine Heimat, die sie woanders durch Krieg und Vertreibung eingebüßt hatten. Es gilt Probleme zu lösen und die Zukunft überall auf der Welt kann einem manchmal verdammt viel Angst einjagen. Umso mehr: Bitte wählt weise, wenn die Wahl an Euch ist, liebe Bürgerinnen und Bürger und Freunde in Görlitz! Gebt Euch nicht Hass und Feindseligkeit, Zwietracht und Ausgrenzung hin. Gebt nicht auf, wenn Dinge schief laufen! Verratet nicht Eure Überzeugungen, sobald jemand behauptet, er könne die Probleme für Euch lösen! Lasst niemanden Euch im Weg stehen, der die Möglichkeiten der Zukunft einschränkt, Eure Freiheiten einengt und Euch darstellt, wie Ihr nicht seid! Der Stoff aus dem Frieden ist, heißt Toleranz. Freiheit ist das Ergebnis.“ (Wortlaut des Offenen Briefes aus mdr-online)

Was wollten uns die Filmschauspieler sagen? Ein Lob der Siegermächte von 1945, die Görlitz nicht bombardierten „wo der Krieg nicht hingekommen ist“, um die hübsche Altstadt für US-Filmproduktionen heute zu erhalten? Das barocke Dresden dagegen wurde im Feuersturm in Schutt und Asche gelegt. Wäre auch eine gute Kulisse gewesen, von den verdampften und verbrannten Opfern ganz zu schweigen. „Bitte wählt weise!“ Was meinten die Hollywoodianer und –indianerinnen? Ging es gegen den aus Rumänien stammenden OB-Kandidaten Octavian Ursu (CDU), der schon mit seinem Namen verschiedene Gedanken weckt. „Ursus“ ist die zoologische Bezeichnung für einen Bären, eines der gefährlichsten Raubtiere der Welt? Hatte man Angst vor einem Bären als OB in Görlitz? Oder vor Octavian? Gleichnamiger Octavian kämpfte sich vor zweitausend Jahren auf den Cäsarenthron in Rom; als göttlicher „Augustus“ ließ er sich anbeten. Er herrschte über ein Reich von Schottland bis zum Sudan: Hatte Hollywood Angst vor einem neuen Augustus? Aber im bescheidenen Städtchen Görlitz?

War es die Furcht vor rumänischen Verhältnissen in der Neißestadt? Der rumänische Rassismus beschäftigt Friedensfreunde schon lange. Es ist die offene Ausgrenzung und Vertreibung der Sinti und Roma. Hat Hollywood Angst vor solchen „Feindseligkeiten, Zwietracht und Ausgrenzung“ gegen diese Minderheit eben in Rumänien. War das die Sorge der Filmemacher? Aber es ging doch um Görlitz. Oder war es die Angst vor rumänischer Korruption? Seit Jahr und Tag beklagt EU-Brüssel die ausufernde Bestechungswirtschaft dort im EU-Staat? Da geht nichts ohne ordentliche Schmiergelder, die Nebenkassen klingeln überall und ohne Ende. Fürchtet Hollywood, dass maßlose Trinkgelder die Filmproduktionen verteuern? Aber ein rumänisch-stämmiger Klassemusiker als Oberbürgermeister ist doch nicht einfach „Rumänien“, liebe Briefschreiber!

Wünschten sich die Filmleute aus den USA und Deutschland deshalb den Kandidaten Sebastian Wippel (AfD), einen gestandenen sächsischen Polizeibeamten aus geordneten Verhältnissen als OB? So nach dem Motto: Der könnte am ehesten für Ordnung und Sicherheit der internationalen Filmcrews sorgen? Und mit dem Namen Sebastian erinnert er an einen der größten Künstler in der deutschen Geschichte, Johann Sebastian Bach. Ludwig van Beethoven hatte über den großen Barockmusiker gesagt: "Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen". Waren die Hollywood-Künstler deshalb für den Wippel, den Sebastian?

Nun hat Görlitz gewählt: Der neue OB heißt Octavian Ursu. Jetzt müssen wir warten, ob ein neuer Brief aus Hollywood uns das Wahlergebnis erklärt. Haben die Görlitzer „weise“ gewählt, oder nicht?

Juni 2019 ©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

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