Start | Presse | Sitemap | Impressum | Datenschutz | AGB & Widerruf | Kontakt
EP

Herzlich willkommen!

Erleben Sie mich von und auf meiner sehr persönlichen Seite.

Nicht mehr als eine Kugel Eis…

Oder: Warum der Steuerzahler-Gedenktag bald im Advent sein wird

„In diesem Jahr zahlt ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt 53,7 Prozent seines Einkommens als Steuern und Abgaben an den Staat. Damit fällt der diesjährige Steuerzahler-Gedenktag auf den 15. Juli 2019. Dieses Datum ergibt sich aus aktuellen Prognosen des Deutschen Steuerzahlerinstituts (DSi) auf der Basis repräsentativer Haushaltsumfragen des Statistischen Bundesamts.“

So notiert es trocken der „Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.“ im Internet. Alleinstehende Steuerzahler müssen im Durchschnitt sogar bis zum 19. Juli rackern, bevor der erste Cent in die eigene Tasche fällt. Wir zahlen im Schnitt 31,4 Cent von jedem Euro für Sozialabgaben. Der deutsche Sozialstaat ist durch eine Flut von Sozialgesetzen üppig ausgestattet. Manche nennen das System so „aufgebläht“, dass einige auch ganz gut vom Staat leben ohne zu arbeiten. Und für Millionen in der Ferne wirke dieses System wie ein Weltsozialamt. Was ursprünglich als Hilfe zum Leben und zum Überleben für wirklich Bedürftige gedacht war, habe längst Maß und Mitte verloren.

Im Schnitt 22,3 Cent zahlen wir zudem für Steuern und Abgaben wie den Zwangsbeitrag fürs Fernsehen und den Solidaritätszuschlag. Der Platz reicht nicht, um alles zu nennen, was uns an Steuern abgenommen wird: Lohnsteuer, Spritsteuer, Grundsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Kaffeesteuer, Sektsteuer, Branntweinsteuer, Mehrwertsteuer usw. Wahlweise noch Tabaksteuer, Hundesteuer und Jagdsteuer. Vielleicht noch Abgeltungssteuer und Erbschaftssteuer. Letztere kommt für die meisten schneller als gedacht und ist nicht nur für Millionäre. Seit 2012 zahlt, wer im Flugzeug sitzt, seine Luftverkehrsabgabe.

Und die „Energiewende“ zur Rettung des Klimas bezahlen wir auch mit einer Art Energiesteuer. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hatte vor genau 15 Jahren im Juli 2004 vollmundig erklärt: "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis." Daraus ist inzwischen eine Riesenkugel geworden, über 30 Euro pro Monat. Und nun ist eine „Ce-O-zwei-Steuer“ im Gespräch. Neben Strom werden dann auch Sprit und Heizen nochmals teurer. Wir zahlen für Luft. CO2 ist schlicht Kohlendioxid, ein Spurengas in der Luft, nur 0,038 Prozent. Kein Klimagas, kein Treibhausgas, sondern neben Mineralien und Wasser die Grundlage für alle Pflanzen auf der Erde. Israelische Wissenschaftler fanden heraus, dass Bäume an Autobahnen besonders kräftig wachsen. Nicht nur in Israel nutzt man deshalb die Kohlendioxid-Düngung in Gewächshäusern. Kohlendioxid wird zusätzlich eingeleitet. Eine Spur mehr vom Kohlendioxid fördert das Leben. Wobei wir viel rasen müssten, um das Pflanzenwachstum generell zu verbessern. Denn rund 96 Prozent von allem Kohledioxid haben weltweit einen natürlichen Ursprung. Übrigens: „Nur mit 0,0004712 Prozent ist Deutschland am CO2-Gehalt der Luft beteiligt“, notiert EIKE, das Europäische Institut für Klima und Energie. Kohlendioxid gibt es in der Luft, im Wasser und in der Erde und unseren sprudelnden Getränken. Ja, was in der Umgangssprache als Getränk mit Kohlensäure bezeichnet wird, ist konkret ein Getränk mit Kohlendioxid. Na, dann Prost!

Ein Prost auf die kommende Kohlendioxid-Steuer. Der Staat wird nicht müde, neue Steuern auszudenken. Zu Kaisers Zeiten wurde die Sektsteuer eingeführt, gedacht als Sondersteuer für Reiche zur Finanzierung der Kriegsflotte vorm Ersten Weltkrieg. Wir zahlen die Sektsteuer noch heute, alle, die diese dank Kohlendioxid sprudelnde Edelbrause genießen.

Und wir zahlen bald noch viel mehr Steuern. Denn das ist die aktuelle Forderung der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mit Sitz in Paris. Europa braucht Geld, viel Geld, sehr viel Geld. „Gleich sieben Steuererhöhungen empfiehlt die OECD den Deutschen. Belastet würden Lebensmittelkäufe – und vieles andere mehr.“ Das schreibt die Tageszeitung DIE WELT jetzt am 13. Juli und listet auf: Höhere Immobiliensteuer, Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuersätze, Kapitalertragssteuer auf Wohneigentum, Anhebung der Kapitalertragssteuer, Abschaffung von Steuervergünstigungen auf Aktivitäten, die die Umwelt schädigen, CO2-Steuer und die Einführung einer Steuer auf Stickstoffemissionen.

Der Rechtsstaat kostet Geld, Demokratie kostet Geld, die Sicherheit im Lande kostet Geld und sichere Grenzen kosten Geld. Ebenso intakte Autobahnen und gut ausgestattete Schulen und so weiter. Aber das Maß ging verloren. Und der brave Steuerzahler behält immer weniger von seiner Arbeit. Und immer weniger Menschen haben den Antrieb mit ganzer Kraft zu ackern, wenn am Ende immer weniger fürs Eigene bleibt. Vielleicht fällt der Steuerzahler-Gedenktag bald in den Advent. Die Regierung Merkel wird diese Entwicklung „alternativlos“ nennen. Doch es ist höchste Zeit für eine Alternative! 

Übrigens: Der Steuerzahler-Gedenktag im Jahre 1960 war der 27. Mai.
(DIE WELT 2018-07-18)

Juli 2019 ©Egmond Prill - Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

Ältere Kommentare