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Lutherdekade, Lutherjahr, Luthertag – aus und vorbei!

Wohin fährt die Evangelische Kirche in Deutschland?

Es waren rund 500 Millionen Euro im Spiel, sagte der TV-Moderator Peter Hahne beim Sächsischen Gemeindebibeltag am 31. Oktober in Glauchau.

Vor mehr als zehn Jahren begann der Blick auf den 31. Oktober 2017 in Deutschland. 500 Jahre Thesenanschlag, 500 Jahre Reformation. Freilich, nun wird gefragt: Was ist passiert? War es das?

Wir sehen überschäumende Zufriedenheit bei den einen, allen voran Margot Käßmann. Viel Skepsis bei anderen, wie Friedrich Schorlemmer und Michael Inacker. Die Besucherzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Gut, damit wird man leben können. Der doppelte Kirchentag war nicht der Renner. Dafür der Riesenchor mit Tausend Stimmen. Und der Lego-Luther mit der aufgeschlagenen Bibel. Das Lutherjahr bot viel Kunst und manchen Krempel. Bestimmt wurden auch Lutherbier, Lutherbrezeln und Lutherleberwurst gut verkauft. Es wurde rund um das Reformationsjubiläum auch viel thematisiert: Luther und die Deutschen, Luther und die Nazis, Luther und die Juden, Luther und die Moslems. Natürlich auch Luther und die Katholiken und überhaupt die Gemeinsamkeiten der einen weltweiten Gemeinde. Da bleibt allerdings noch viel zu klären in den nächsten 500 Jahren. Das ist nicht so schlimm! Schlimmer war am Ende doch das Versagen der Evangelischen Kirche, namentlich der Leitung, als der EKD. Fast sieben Millionen „Chrismon“-Magazine wurden gedruckt und zum großen Teil als Beilagen in Tageszeitung unters Volk gebracht. Von den gut dreißig Seiten waren mehr als zehn halb und meist ganz einfach nur Werbeseiten für “Spaniens beste Weine“ und Reisen rund um die Welt, interessanterweise nicht ins Land der Bibel, nicht nach Israel! Werbung für „Nürnberger Lebkuchen“ und für  „Degussa-Goldbarren“. Nun sind die Werbeseiten vielleicht noch das Beste in diesem Sonder-Kirchenblatt zum Reformationstag. Aber wäre Goldbarren-Werbung nicht die beste Vorlage gewesen, um das anzubieten, was noch wertvoller ist:

„Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.“ (1. Petrusbrief 1,18f)

Dagegen schwafelt der EKD-Chef Heinrich Bedford Strohm im Gespräch mit jungen Leuten über Klimapolitik: „Mich beschäftigt die Klimafrage seit ich studiert habe.“ Und die Deutsche Presseagentur meldete zwei Tage vorm Reformationsfest Bedford-Strohms Hauptsorge: Als dringendes Ziel forderte der bayerische Landesbischof den Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie. Mich beschäftigt eine ganz andere Frage: Wie finden Menschen den Heiland? Was muss ich tun, damit Menschen für die Ewigkeit gerettet werden? Davon ist im Sieben-Millionen-Magazin nicht zu lesen und insgesamt von den EDK-Oberen nichts zu hören, gar nichts!

Luther wollte nicht die Kirche spalten. Er wollte keine neue Kirche schaffen, erst recht nicht die EKD von heute. Luther wollte in den Himmel! Das war die Ausgangsfrage für sich und die Reformation: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ Alle Bußübungen und alles Leistungsfasten und alle selbst gegeißelten Schmerzen öffneten den jungen Mönch nicht die Himmelstür. Und dann erkannte er neu, was schon immer in der Bibel stand, von Paulus aufgeschrieben:

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.(Römer 3,23f)

Diese Worte des Lebens ist die Kirche dem Volk schuldig geblieben. Natürlich nicht überall. Gott sei Dank, es gab in Dörfer und Städten verständliche Verkündigung. Ehrenamtliche und Hauptamtliche mühten sich um die „Gute Nachricht“, riefen Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Und auch Kunst kann helfen, dass Leute nach dem Glauben fragen. Aber aus meiner Sicht war es mit der EKD im Lutherjubiläum wie im DDR-Sozialismus: Der gesamte Zug fuhr in die falsche Richtung! Dass es im Zug auch Abteile gab mit ehrlichen Menschen und vernünftigen Ansätzen, ändert die verkehrte Richtung nicht. Die EDK-Sozialisten fahren die Kirche in die falsche Richtung, verstecken das Kreuz und verdunkeln die Botschaft. Ein Journalist erklärte rückblickend auf die Lutherdekade und das Lutherjahr: „So bleibt kein einziger Satz von diesem großen Jubiläum, außer irgendetwas gegen die AfD.“

Was hätte man mit 500 Millionen Euro alles machen können?

November 2017 ©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
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