Start | Presse | Sitemap | Impressum | Datenschutz | AGB & Widerruf | Kontakt
EP

Herzlich willkommen!

Erleben Sie mich von und auf meiner sehr persönlichen Seite.

GOTT ist ein festes Fundament und unser Fels

Gedenktag der Vertriebenen  - 12. September 2021 Hauptfriedhof Kassel

Ein Bibelwort aus Matthäus 7 – Jesus spricht:

»Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist.

Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«

Danke für die Einladung.

Danke, dass ich als evangelischer Theologe zu Ihnen sprechen darf.

Diese Bibelverse bilden den Abschluss der Bergpredigt. Jesus erklärt der Volksmenge sein Regierungsprogramm. Andere nennen es die Verfassung der Herrschaft Gottes. Für das Leben des Einzelnen und das Zusammenleben aller sind es fundamentale Lebensregeln auf der Grundlage der Überlebensregeln der „Zehn Gebote“.

Die Bibel, die jüdisch-christliche Traditionen gehören zum Fundament der europäischen Kultur.

Doch Europa. Was das ist?

Bundespräsident Theodor Heuss brachte es so zur Sprache: "Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen."

Halten wir fest: Der AREOPAG, das sind griechisches Denken und die Demokratie. Der Hügel CAPITOL steht für römisches Recht und schließlich GOLGATHA vor den Toren Jerusalems. Das ist christliches Denken von Freiheit und Menschenwürde.

Ich frage heute: Sind wir seit Jahren dabei, dieses Fundament zu verlieren? Zerbröseln Freiheit und Rechtsstaat, Demokratie und christliche Sittlichkeit vor unseren Augen?

Erleben wir gerade unter dem modernen Begriff „cancel culture“ die Umwertung aller Werte und die Entwertung unserer Sprache?

Erleben wir gerade, dass auch unsere Geschichte umgeschrieben wird? Eine Minderheit von Meinungsmachern in der Politik und den Medien zerlegt die deutsche Geschichte. Dabei finden wir uns nicht in dem Roman „1984“, der anschaulich eine Meinungsdiktatur beschreibt, sondern in der Wirklichkeit das Jahres 2021!

Erleben wir gerade, dass unsere Traditionen, unsere Kultur und unsere Geschichte auf Sand gesetzt werden? Darf ich das so sagen:

Wer christliche Traditionen, europäische Kultur und unsere Geschichte zerstört, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«

“Wenn Menschen gottlos werden, dann sind die Regierungen ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos; dann ist die Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetlos, Kirchen kraftlos, Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos“. Das sollen Gedanken von Antoine de Saint-Exupéry sein, dem Dichter-Vater des Kleinen Prinzen. Bedenkenswert, von wem auch immer notiert. Atemlos und rastlos und ziellos jagen wir in die Zukunft. Verlassen von allen guten Geistern geistern wir durch die Zeit.

Das Hochwasser vor Wochen hat uns gezeigt, mit welcher Kraft die Fluten Häuser wegreißen. Interessant: Viele Häuser blieben stehen. Eindrücklich habe ich das Bild eine Kirche vor Augen, die auf einer Anhöhe gebaut völlig unbeschädigt blieb. Für mich ein Sinnbild von Beständigkeit durch die Jahrhunderte. Für die Kraft des Glaubens und den Segen Gottes.

Wir stehen heute am Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation“ zusammen in der Erinnerung an Vergangenes. Wir gedenken der Ereignisse zum Kriegsende und danach. Und viele erinnern sich heute an ganz persönliches Geschehen, das inzwischen Geschichte geworden ist. Lassen Sie es nicht zu, dass eine Generation ideologischer Weltverbesserer die Geschichte wie im Roman „1984“ willkürlich und frech umschreibt!

Sie sind die Zeitzeugen, die das Haus der Geschichte auf Fels bauen müssen. Jahr für Jahr werden es weniger, die sagen können, was war und wie es war.

In den Fluten und Stürmen des Zeitgeistes brauchen Land und Volk Ihre Stimmen und Ihre Erinnerungen.

Seit einigen Wochen gibt es in Berlin ein Dokumentationszentrum der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Es hat lange gedauert, sehr lange. War es die Scheu, das Unrecht und die Verbrechen an den Deutschen beim Namen zu nennen, die Taten und die Täter?

Im offiziellen Text des Zentrum heißt es: „Der erste Teil unserer Ständigen Ausstellung beschäftigt sich mit den Dimensionen von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration aus europäischer Perspektive. Beispiele aus verschiedenen geografischen Kontexten zeigen wiederkehrende Phänomene, die für das Verständnis von Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert und darüber hinaus eine Grundlage bilden.“

Und angesichts dessen, was nun zu sehen ist, frage ich schon:

Ist es noch immer die Scheu, das Unrecht und die Verbrechen an den Deutschen beim Namen zu nennen, die Taten und die Täter? Warum muss alles europäisch eingebettet und damit relativiert werden, wo man doch in anderen Zusammenhängen bei Strafe nicht relativieren darf!

Wo Medien, Politik und Kirchen die Vergangenheit umbiegen, die Gegenwart umdeuten und die Zukunft umschreiben, muss die Generation der Zeitzeugen aufstehen.

Es ist meine Anerkennung wert und wir alle dürfen dankbar sein, dass wir hier in Hessen staatlich garantiert jährlich am zweiten Sonntag im September diesen besonderen Gedenktag haben. Damit wurde etwas auf Fels gebaut und hoffentlich flutfest gemacht. Es liegt an uns, diesen Tag zu würdigen. Bringen Sie Kinder und Kindeskinder mit. Ich freue mich auf den Tag, wo Tausende hier stehen – eben auch die Bekenntnis-Generationen.

Zum Schluss: Mein Bekenntnis zum Glauben an Jesus Christus. Dass ich heute vor Ihnen stehe, darf als Wunder gelten. Anfang Januar erhielt ich die Diagnose „schwerer Magenkrebs / großer Tumor“. Ein Wunder: Ich hatte rasch alle Arzttermine. Kräftige Chemo-Therapie und Anfang Mai die große OP in der Uni-Klinik Göttingen: Galle raus, Blinddarm raus und komplett der Magen. Ein Wunder: Ein Befund am Bauchfell war weg. Chemo und ein Gebetskreis rings um den Globus haben das bewirkt. Ein Chefarzt aus Göttingen sagte: Herr Prill, Ihr Glaube hat Ihnen geholfen.

»Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist.

Bauen Sie ihr Lebenshaus auf Felsen. Konfession und Gemeindenamen sind zweitrangig. In erster Linie bleibt die Frage: Worauf ist mein Leben gegründet.

AMEN

September 2021©Egmond Prill - Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

Dieser Kommentar als PDF zum Herunterladen und Weitergeben.

Ältere Kommentare