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Deutschland: Mittwoch 18. Juli 4:40 Uhr

Gedanken eines Steuerzahlers

„Noch nie haben die Deutschen so lange für den Staat gearbeitet wie in diesem Jahr. Die Belastung mit Steuern und Abgaben erreicht nach Prognosen des Bundes der Steuerzahler (BdSt) 2018 einen Rekordwert. Rein rechnerisch arbeiten Bürger und Betriebe erst ab dem frühen Mittwochmorgen ab 4:40 Uhr wieder für den eigenen Geldbeutel.“

So notiert es Karsten Seibel am 18. Juli in der Tageszeitung DIE WELT. Und weiter: Die Gesamtbelastung, die alle Steuern und Abgaben ins Verhältnis setzt, beträgt in diesem Jahr 54,3 Prozent.“ Dieser Steuerzahler-Gedenktag ist alle Jahre die Erinnerung an die wachsende Gier des Staates, die inzwischen jedes Maß verloren hat. Und vielleicht sind wir schneller als gedacht in einem System, wo Arbeiter und Angestellte das ganze Jahr für den Staat ackern. Schließlich braucht der Staat immer Geld, immer mehr Geld. Die Sektsteuer wurde vor dem ersten Weltkrieg für die Kriegsflotte eingeführt und nicht abgeschafft, der „Soli“ ist sicher ebenfalls unsterblich. Also, am besten der Staat nimmt alles Geld, um es dann „gerecht“ zu verteilen. Sozialromantiker werden nicht müde ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ für alle zu fordern. Schon Ende des vergangenen Jahres schrieb Ulf Poschardt:

„Die Neigung zur Verschwendung ist groß. Dennoch grölen linke Grüne, Sozialdemokraten und Sozialisten nach mehr Steuern, mehr Ausbeutung jener Schichten (und damit längst nicht mehr nur der Eliten), die am meisten Steuern zahlen…Enttäuschend ist die Haltung der Union in dieser Frage. Hinter ihrer bürgerlichen Fassade lauert oft genug ein Umverteilungsrigorismus, der sich nur schwer von linken Parteien unterscheidet. …Früher war Ausbeutung die Aneignung fremder Arbeit, heute ist es die grotesk dimensionierte Aneignung des Lohns fremder Arbeit. Am deprimierendsten ist die nicht sonderlich unterschwellige Botschaft, dass der Steuerzahler dankbar zu sein hat für jeden Euro, den er behalten darf. Dabei sollte es genau umgekehrt sein. Der Staat muss in Gedanken jeden Tag voller Ehrfurcht und Dankbarkeit vor dem Werk der Steuerzahler verharren, um demütig jeden Steuer-Euro dreimal umzudrehen und möglichst viel an die Menschen zurückzugeben, die diese Milliarden erarbeitet haben.“ (DIE WELT 2017-11-14).

Leistung war gestern, heute gilt „Gerechtigkeit für alle“. Seit dem Sommer 2015 nennt sich das „Willkommenskultur“ und meint wirklich „Gerechtigkeit für alle Welt.“ Freilich, die Welt lacht sich bald kaputt über dieses Füllhorn schier unerschöpflicher Wohltaten. Grundsätzlich kann jeder Mensch auf der Erde nach Deutschland kommen, um prüfen zu lassen, ob er für einen Asylaufenthalt berechtigt ist – jeder von mehr als sieben Milliarden Menschen!

Man muss in diesen Tagen nicht an Samid A. denken, den mutmaßlichen Leibwächter Bin Ladens und salafistischen Gewaltprediger. Oder doch: Aus Tunesien stammend kam er 1997 als Student nach Deutschland, war zwischendurch einige Zeit in Pakistan, um dann wieder hier im Lande zu leben. Behörden nennen ihn einen „ideologischen Brandstifter“. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Und dennoch: Inzwischen mit einer Familie wird er vom Staat ausgehalten, vom deutschen Steuerzahler – seit 1997! Wieviel Steuern wird er ins gemeinsame Steuersäckel eingezahlt haben? Was wird in all den Jahren an Kosten bei den Gerichten aufgelaufen sein, in den vielen Behörden und beim betreuten Flug in seine Heimat vor wenigen Tagen? Was kosten aktuell die Sitzungen einer unüberschaubar großen Zahl von Ämtern und Gremien im Land und auf der Bundeebene?

Der Rechtsstaat kostet Geld, Demokratie kostet Geld, die Sicherheit im Lande kostet Geld. Ebenso intakte Autobahnen und gut ausgestattete Schulen und so weiter. Aber das Maß ging verloren. Und der brave Steuerzahler behält immer weniger von seiner Arbeit. Und immer weniger Menschen haben den Antrieb mit ganzer Kraft zu ackern, wenn am Ende immer weniger fürs Eigene bleibt. Es ist Zeit für eine Alternative! 

Übrigens: Der Steuerzahler-Gedenktag im Jahre 1960 war der 27. Mai.

(DIE WELT 2018-07-18)

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